NachDenkstatt

Rückblick 2019

Aftermovie

An dieser Stelle wird demnächst das offizielle Aftermovie zur NachDenkstatt 2019 veröffentlicht.

Die Veranstaltung

In diesem Jahr hat die gesamte NachDenkstatt schätzungsweise 12 Tonnen CO2-produziert. Damit die NachDenkstatt aber auch in diesem Jahr wieder CO2-neutral bleibt, haben wir mit Hilfe der Klimaschutzorganisation myclimate eine Kompensation aller veranstaltungsbezogenen CO2-Emissionen über deren Gold Standard Klimaschutzprojekt-Portfolio veranlasst. 
Die NachDenkstatt war somit auch in diesem Jahr wieder eine 100% klima-neutrale Veranstaltung.
Auch in diesem Jahr haben wir alle CO2-Emissionen kompensiert!

Am Wochenende vom 17. Bis 19. Mai 2019 wurde an der Carl von Ossietzky Universität die bereits siebte NachDenkstatt abgehalten. Die NachDenkstatt ist eine studentisch organisierte Workshop-Konferenz zu Nachhaltigkeits-, Zukunfts-und Gesellschaftsthemen und bringt verschiedene Akteur*innen miteinander ins Gespräch. Somit wird versucht Wissenschaft und Praxis einander näher zu bringen, aber auch die Themen der Workshops in die Gesellschaft zu tragen.

Dieses Jahr wurde die NachDenkstatt zum ersten Mal im Frühjahr veranstaltet, was einige Vorteile gegenüber dem bisherigen Termin im November mit sich brachte. So konnte zum einen das hervorragende Wetter genutzt werden, andererseits konnte sich somit auch das neue Organisationsteam finden und seine Arbeit besser koordinieren. Das Team setzte sich aus etwa 20 Studierenden der CvO Universität Oldenburg aus verschiedensten Fachrichtungen zusammen, z.B. Lehramt, Umweltwissenschaften sowie Sustainability Economics and Management. Während der Konferenz wurde es zusätzlich noch durch zehn Helfer*innen unterstützt. Die Planungsphase für die diesjährige NachDenkstatt begann bereits im Oktober 2018 und wurde durch die Gründung des gleichnamigen Vereins im November 2018 unterstützt.

Zu Beginn der siebten NachDenkstatt wurde eine Einführungsveranstaltung für die Teilnehmenden organisiert. In dieser einstündigen Einstimmung wurde durch Gastbeiträge der Vizepräsidentin für wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationales, Dr. Esther Ruigendijk, dem Oldenburger Publizisten Barthel Pester sowie der stellvertretenden Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen Jamila Schäfer der Stellenwert der Nachhaltigkeit herausgestellt. Aktivierende Elemente wie ein gemeinsames Singen oder einem kleinen Quiz mit thematischem Bezug zu den Workshops lockernden die Atmosphäre und motivierten die Teilnehmenden für das Wochenende. Insgesamt nahmen in diesem Jahr 66 Personen aus 21 Städten aus ganz Deutschland an der Konferenz teil, wobei die Alters- und Sozialstruktur erfreulicherweise sehr divers war. So besuchten neben dem Großteil an Studierenden auch zahlreiche Rentner*innen, einige Berufstätige, sowie Auszubildende.

Wie zu jeder NachDenkstatt, standen auch in diesem Jahr die Workshops im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die drei Themen Ökosystemdienstleistungen, künstliche Intelligenz und Bruttonationalglück wurden dabei während des gesamten Wochenendes in fünf Einheiten bearbeitet und diskutiert.

Im ersten Workshop „Sorry, out of service – dein Ökosystem” drehte sich alles um die Nutzung und Übernutzung der „frei“ verfügbaren sogenannten Ökosystemdienstleistungen. Um dieser Problematik auf den Grund zu gehen, setzten sich die Teilnehmenden im Workshop mit dem Konzept Ökosystemdienstleistungen am Beispiel der beiden Themengebiete “Wassersysteme” und “Bienen” auseinander und es wurde aus ökologischer sowie sozioökonomischer Perspektive einen Blick auf natürliche Prozesse geworfen. Dabei wurde sich mit der Relevanz dieser beiden “Dienstleister”, ihrer Rolle im Ökosystem sowie mit Problemen durch anthropogene Gefährdung und mit Herausforderung des Schutzes beschäftigt. Unterstützt wurden die Workshoporganisatoren von Landschaftsökologin Birgit Will sowie Gabriele Wollstein und Heidi Boje-Mühlenbäumer vom Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV). Neben einem Blick auf die globalen Verflechtungen wurde sich vor allem auf lokale Strukturen der Nutzung und des Erhalts von Bienen und Süßwasserressourcen fokussiert. Darüber hinaus wurde das Konzept der Ökosystemdienstleistungen als anthropozentrische und nutzenorientierte Sichtweise auf die Natur auf Möglichkeiten und Grenzen kritisch diskutiert und hinterfragt.

Der zweite Workshop stand ganz im Zeichen neuer technischer Entwicklungen: „Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz“. Den Teilnehmenden wurde bereits zu Beginn durch Dr. Eric Veith vom OFFIS-Institut in Oldenburg ein breites Spektrum an Einblicken in KI und Deep Learning gegeben. Fragen wie „Wo stehen wir heute?“ und „Wohin wird die Entwicklung führen?“ wurden angerissen und in Diskussion mit Prof. Dr. Jorge Marx-Gómez von der Universität Oldenburg beantwortet. Der Fokus des Workshops lag jedoch explizit nicht in der Infomatik sondern auf der ethischen und philosophischen Sichtweise des Themas. So wurde sowohl ein utopisches Zukunftsszenario wie das Zusammenleben von Mensch und Maschine aussehen könnte, gezeichnet. Auf der anderen Seite wurden aber auch Risiken und aktuell diskutierte Bedrohungen durch KI unter die Lupe genommen. Gemeinsam mit Dr. Christian Djeffal vom Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin wurde abschließend ein Framework zum guten Umgang mit KI erarbeitet und diskutiert.

Ganz dem Glück widmete sich der dritte Workshop der NachDenkstatt 2019. Bei „Bruttonationalglück in Bewegung“ drehte sich alles um das Konzept des Himalayastaates Bhutan. Während des Workshops wurde den Teilnehmenden zunächst die Säulen und Domänen des Prinzips Bruttonationalglück erläutert. Für ein tiefergehendes Verständnis sorgten dabei zahlreiche Übungen und Bewegung angeleitet durch die Expert*innen Jacoba Harms, Kirsten Grams und Constanze Winkler. Im Laufe des Wochenendes wurde herausgestellt, welche Stellschrauben den Paradigmenwechsel von Bruttonationalprodukt zu Staatsglück ermöglichen. Auf das Ziel, allen Beteiligten ein Bewusstsein für die verankerten Werte zu schaffen und diese auf das eigene Leben anwendbar zu machen, konnte somit in Diskussionen und eigenen Erfahrungen konnte somit erfolgreich hingewirkt werden.

Da es sich mit leerem Magen bekanntlich schlecht diskutieren und denken lässt, sorgt das Team der NachDenkstatt für eine ständige Verpflegung der Teilnehmer*innen. Zweimal Frühstück, dreimal Mittag und zwei Abendessen wurden für die Gästen der NachDenkstatt organisiert. Durch Mensa und ein externes Catering an einem Abend, konnte der Aufwand zumindest etwas reduziert werden, jedoch gab es bei dieser siebten Auflage der Konferenz das Novum, dass selbst vor Ort und frisch durch das Team gekocht wurde. Dabei konnte dankbarerweise zu großen Teilen auf zahlreiche Lebensmittelspenden aus verschiedenen Bereichen zurückgegriffen werden. Auch konnten hierdurch einige Lebensmittel vor der Tonne gerettet werden.

Nach den Workshoptagen und in den Pausen wurde den Teilnehmenden, wie zur NachDenkstatt bereits zur Tradition geworden, ein buntes Rahmenprogramm geboten. So gestaltete sich der Ausklang am Freitagabend im Open Space. Bei diesem hatte jede*r die Möglichkeit, sich an Aktivitäten wie etwa dem Nähen von Gemüsebeuteln, „Saatgutbomben“ herstellen oder einem Trommelworkshop zu beteiligen. Aber die gemütliche Atmosphäre des durch das NachDenkstatt-Team liebevoll dekorierte Hörsaalgebäude lud durchaus auch einfach nur zum Verweilen und Sinnieren der Inhalte des ersten Tages ein. Die Pausen zwischen den Workshop-Einheiten wurden durch gemeinsames, aktivierendes Singen oder durch eine „bewegte Pause“, unterstützt vom Hochschulsport, aufgelockert. Ein weiteres Highlight war das Gala-Dinner am Samstagabend. Der Hörsaal 3 im Gebäude A14 der Uni Oldenburg wurde zum Festsaal gewandelt und bot in einem angemessenen Rahmen den Teilnehmenden und Expert*innen ein veganes, regionales Buffet von einem lokalen Catering-Unternehmen. Hierbei konnte sich weiter ausgetauscht werden, bevor dann später am Abend ein öffentlicher Poetry-Slam den Abschluss des Tages markierte. Rund 300 Gäste wollten die Künstler*innen unterstützen und ihre Texte hören. Auch diese standen ganz im Zeichen des Themas Nachhaltigkeit und die Vorgabe, mindestens einen der Texte dazu beizutragen, erfüllten einige der Slammer auf sehr kreative Weise.

Das Finale der siebten NachDenkstatt bildete am Sonntag die Abschlussveranstaltung, auf der alle Workshops ihre Ergebnisse dem Plenum vorstellten. Dabei wählten die verschiedenen Workshops ebenso verschiedene Ansätze, um ihre wichtigsten Punkte des Wochenendes den anderen Teilnehmenden zugänglich zu machen. Nach abschließenden Reden wurde zur Erinnerung ein Abschlussfoto geschossen, womit der offizielle Teil der NachDenkstatt 2019 beendet wurde. Als Ausklang wurde am Sonntagnachmittag noch ein „Markt der Möglichkeiten“ angeboten, der ebenfalls öffentlich für alle Interessierten zugänglich war. Hier präsentierten sich zahlreiche verschiedene regionale und überregionale Initiativen, wie z.B. sneep , Solidarische Landwirtschaft Oldenburg, Foodsharing, Olegeno, Kräuterwanderungen, Fairtrade Oldenburg oder Achtsamkeit in Oldenburg. In einer eigens eingerichteten Kleidertauschecke konnten die Besucher*innen nach neuen alten Schätzen stöbern.