NachDenkstatt

realconexión – Verbundenheit mit der (eigenen) Natur

Was glaubst du über dich? Was wünschst du dir? Was möchtest du erreichen? Was bereitet dir Freude? Dass diese Fragen mit Nachhaltigkeit zu tun haben, liegt nicht auf der Hand. Und doch setzt dieser Workshop die These zentral, das genau in dem Moment, da diesen ernsthaft nachgegangen wird, sich ganz neue Perspektiven lebenswerter Zukünfte auftun. Denn sie setzen das Individuum zentral, um diese Zentralsetzung zu relativieren. Dieser Workshop wird daher zu existentiellen, individuell zu ertastenden Fragen nach Sinn, Zweck und Erfolg ermutigen. Das hat bestenfalls die Anregung zu einer Entdeckungsreise des eigenen Potenzials, des eigenen Glücks zur Folge, auf dessen Weg auch die Erkenntnis nicht weit sein mag, dass dieses nur im Wechselspiel mit dem (scheinbar) Anderen Wirkung entfaltet. Am Ende (bzw. am Anfang) steht womöglich eine tiefere Verbundenheit zum Leben. Und das könnte viel mit Nachhaltigkeit zu tun haben.

Konkret werden wir ausgehend von uns selbst versuchen, unser Verhältnis zur Natur zu beleben. Anfänglich lassen wir uns hierfür dazu inspirieren, was Natur den überhaupt ist oder sein könnte. Auf dieser Basis werden wir Natur in dreierlei Hinsicht erkunden: die eigene Natur, die Natur der Zusammenschlüsse von Menschen sowie die Natur „da draußen“ also alle andere Formen der Existenz.

In einem Teil widmen wir uns der Entfaltung unseresindividuellen Potenzials. Hierbei begeben wir uns auf eine kognitive, körperliche und geistig zu uns selbst, d.h. über unsere Interessen, Gaben, einzigartigen Charakterzüge und Träume gelangen wir zu einer spontanen Momentaufnahme der Beantwortung der Frage: „Was möchte in die Welt geben?“ Mit dem Begriff der Welt ist schon darauf hingewiesen, dass dieser erste Teil von Natur eigentlich untrennbar mit den anderen beiden verwoben ist. In einer finalen Phase widmen wir uns deshalb verschiedenen Erfahrungen, Theorien sowie einem Praxisbeispiel, die diese Idee beleuchten.

Hintergrund

Im Forschungsbereich der ökologischen Ökonomie, insbesondere Postwachstumsökonomie werden seit geraumer Zeit die praktischen Konsequenzen erforscht, dass eine technische Lösung der heutigen Probleme der Menschheit nicht ausreichend, gar unmöglich ist, sondern erst bei der Frage der Art des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Sicht gerät wird. Nachhaltigkeit ist also auch (bzw. vor allem) eine Frage des Umgangs miteinander, mit sich selbst und mit Natur.
Neuste Erkenntnis in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist darüber hinaus, dass nicht einfach alternative Weltbilder indoktriniert werden sollten (nach dem Motto: handelt alle „ökologisch“!), sondern vor allem einen kritisch-emanzipatorischen Anspruch haben sollte also den Lernenden zum Hinterfragen der eigenen Sozialisation befähigen würde (Getzin/ Singer-Brodowski, 2016). Es geht also darum ein freierer, selbstständigerer Mensch zu werden und seinen eigenen Platz in der Welt zu reflektieren.

Workshopleitung

  • Justus Lewald