NachDenkstatt

Missverständnisse zum Finanzsystem

Kontext

Die Finanz- und Eurokrise ist seit Jahren in der öffentlichen Diskussion präsent, inklusive diverser Reformverschläge. In letzter Zeit wiesen allerdings Veröffentlichungen von der Ratingagentur Standard & Poors oder der Bank of England darauf hin, dass im Diskurs teilweise unvollständige oder falsche Vorstellungen von der Funktionsweise des Geld- und Finanzsystems vorherrschen. Dies betrifft neben der wirtschaftswissenschaftlichen Debatte insbesondere auch die Politik und die öffentliche Diskussion in den Medien. Beispiele für Zusammenhänge sind die Diskussion um die Schuldenbremse, Quantitative Easing, aber auch Negativzinsen auf Einlagen.

Workshop-Beschreibung

Das Ziel des Workshops ist es, die zeitgenössische ökonomische Debatten innerhalb der deutschen Presselandschaft auf diese falschen Vorstellungen hin zu untersuchen. Anschließend soll diskutiert werden, welche grundsätzlichen Funktionsweisen des Finanzsystems für ein solides Verständnis und ein eigenes Urteilsvermögen unabdingbar sind, jedoch häufig nicht berücksichtigt oder falsch interpretiert werden.
Der Diskurs soll zwischen ExpertInnen für Geldtheorie, Bankenwesen, Journalismus, Pädagogik sowie studentischen TeilnehmerInnen geführt werden, um die verschiedenen Teilaspekte (falsche Vorstellung vom Finanzsystem, Probleme in der journalistischen Übermittlung, Herausforderung der pädagogischen Vermittlung) transdisziplinär bearbeiten zu können. Schließlich ist die Erarbeitung einer Gegendarstellung zu gängigen Fehlvorstellungen bezüglich des Finanzsystems mit pädagogischem Charakter angestrebt.

Ablauf der NachdenkstattZeitplan des Workshops (PDF, Stand 11. November 2014)

Workshop-Leitung

  • Marcus Blank
  • Anja Höfner
  • Paul Neetzow
  • Oliver Richters

Experten

  • Dr. Andreas Blomenkamp, Bankhaus W. Fortmann & Söhne Oldenburg
  • PhD Benjamin Braun, MPI für Gesellschaftsforschung Köln
  • Stephan Friebel, Institut für Ökonomische Bildung, Universität Oldenburg
  • Dirk Gerlach, Deutsche Bundesbank Hannover
  • Gerd Hartwig, Volksbank Oldenburg
  • Karl-Martin Hentschel, attac
  • Hans Günter Rostalski, Landessparkasse zu Oldenburg
  • Prof. Dr. Hans-Michael Trautwein, Universität Oldenburg






Literaturhinweise von Workshop-Leitung und Referenten

Deutsche Bundesbank: Geld und Geldpolitik, Schülerbuch für die Sekundarstufe II, Januar 2014.

P. Sheard: Repeat After Me: Banks Cannot And Do Not „Lend Out“ Reserves, Standard & Poors.

M. McLeay, A. Radia, R. Thomas: Money creation in the modern economy. Bank of England Quarterly Bulletin, 1/2014, S. 14–27.

B. Braun: Die neun Mythen der Geldpolitik. Capital, 4. Jun 2014.

W. Schachermayer: Staatsschulden: Der Rechenfehler der Schuldenbremser. Der Standard, 16. Dezember 2011.

Attac – Bundes-AG Finanzmärkte und Steuern: Vorschläge zur Neuregulierung der Finanzmärkte. Positionspapier, Juni 2013.

F. Wenzlaff, C. Kimmich, O. Richters: Theoretische Zugänge eines Wachstumszwangs in der Geldwirtschaft. Discussion Paper, ZÖSS, Universität Hamburg, 2014.

Unterstützer

Die Wissenschaftliche Arbeitsgruppe nachhaltiges Geld hat den Workshop finanziell unterstützt.

Fotos von Jantje Harmdierks