NachDenkstatt

One size fits all?! (auf Englisch)

In unserem Workshop wollen wir uns mit wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen dem globalem Norden und dem globalem Süden auseinandersetzen und deren Entstehung im historischen Zusammenhang des Kolonialismus betrachten. Dabei drängt sich schnell die Frage nach der Sinnhaftigkeit der heutigen Entwicklungszusammenarbeit auf. Trägt Entwicklungshilfe dazu bei, globale Ungleichheit zu mildern, oder dient sie vielmehr der Durchsetzung westlicher Interessen? Befinden wir uns gar in einem modernen Kolonialismus bei dem der globale Norden versucht dem globalen Süden seine Lebensweisen und Strukturen in Form von Entwicklungshilfe aufzudrängen? Stellt die heutige Entwicklungshilfe eine Art modernen Ablasshandel dar, und inwieweit führt sie zu einer Standardisierung der Welt? Neben diesen abstrakten Fragen möchten wir insbesondere unsere persönliche Position im globalen Beziehungsgeflecht erforschen. Welche Rolle nehmen wir selbst im globalen Weltgeschehen ein? Wie prägen historisch gewachsene Strukturen auch heute noch unsere Wahrnehmung und Lebensweise? Und welche Auswirkungen zieht unser alltägliches Verhalten auf globaler Ebene nach sich? Wir wollen aber nicht nur Kritik an bestehenden Strukturen und Wahrnehmungen üben und Probleme diskutieren, sondern einen Schritt weiter gehen und gemeinsam mögliche Lösungsansätze erarbeiten. Statt die Folgen historisch entstandener Ungleichheitsstrukturen zu verringern, diese aber durch unser Verhalten bewusst oder unbewusst zu reproduzieren, möchten wir Wege finden, den Ursprung der Probleme zu bekämpfen. Dafür muss Veränderung bei uns selbst und unserer eigenen Lebensweise beginnen. Welche Ansätze und Möglichkeiten gibt es, globale Strukturen gerechter zu gestalten und die Notwendigkeit von Entwicklungshilfe zu verringern? Und wie kann jeder einzelne konkret im alltäglichen Leben handeln, um einen Teil zur Lösung beizutragen? Gemeinsam mit Expert_innen aus Theorie und Praxis wollen wir uns den komplexen Hintergründen des globalen Beziehungsgeflechts annähern, Probleme diskutieren und mögliche Lösungsansätze entwickeln. Wir möchten eine differenzierte Betrachtung des Themas anregen und freuen uns deshalb über internationale Teilnehmer_innen, die ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen einbringen. Um möglichst viele verschiedene Stimmen in die Diskussion miteinzubeziehen, wird der Workshop in englischer Sprache stattfinden.

 

Workshopleitung

  • Amelie Möller
  • Dolores Birk
  • Janika Hintzsche
  • Jennifer Schneider
  • Sophie Berg
  • Veronika Hönes

Referent_innen

Chinta Musundi-Beez

Chinta Musundi-Beez hat bis 2001 in Kenia gelebt und einen Masterabschluss in „Interkultureller Arbeit und Konflikt Management“.

Sie hat langjährige Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe in Tansania und Afrika. Momentan arbeitet sie als Sozialarbeiterin im Bereich der Flüchtlingshilfe, als Dozentin für „Interkulturelle Kommunikation“ an der Hochschule Bremen und als Referentin für „Bildung trifft Entwicklung“. Vermittelt wurde sie durch „Bildung trifft Entwicklung – Regionale Bildungsstelle Nord“.

Nadine Segadlo

Studiert Politik- und Verwaltungswissenschaften (MA) in Konstanz und International Development Studies (M.Sc.) in Utrecht. Sie ist in den Bereichen Projektinitiierung und Projektmanagement der Deutschlandarbeit von Bridging Gaps e.V. tätig. Der Verein Bridging Gaps e.V. arbeitet in Südafrika und Deutschland zur Überwindung von Vorurteilen und Rassismus. Als ehemalige weltwärts Freiwillige in Tansania und Praktikantin der GIZ Ghana hat sie verschiedene Einblicke in die internationale Zusammenarbeit bekommen. Ihre Themenschwerpunkte sind Postkolonialismus, Rassismus, Critical Whiteness, Entwicklungszusammenarbeit, Sub-Sahara Afrika und internationaler Austausch.

Dr. Thomas Dürmeier

Volkswirt, Experte für Unternehmensmacht und Globalisierung, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland sowie Geschäftsführer von Goliathwatch in Hamburg (www.goliathwatch.de). Seine letzte Publikation ist die Streitschrift gegen die Fusion von Bayer & Monsanto. Vermittelt wurde er von “Attac”.

 

 

Referenten-Vermittler: