NachDenkstatt

Green Clothing

Kontext

Die Modebranche innerhalb der industrialisierten Welt unterliegt immer kürzer werdenden Konsumzyklen, schnelleren Innovationen im Bereich der Funktionskleidung und künstlich geschaffenen Bedarfen. In der Herstellung gehen damit die Verwendung von minderwertigen Materialien, der Einsatz gesundheits- und umweltschädigender Stoffe, ausbeuterischen und lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen sowie eine unterdrückende Marktmacht einiger global agierender Konzerne einher.

Gravierende Zwischenfälle wie Fabrikbrände in Bangladesch haben innerhalb der Branche strategische Neupositionierungen gefordert, die in verpflichtenden Sicherheitsbestimmungen und ökologisch und recycle-fähigen Kollektionen mündeten. Ein sensibilisiertes Konsumverhalten und kritischere Auseinandersetzung mit dem Textilmarkt wird in Form von Klamottentauschparties, Upcycling Mode, (Online-)Second-hand Handel oder Strick-und Nähworkshops in die Öffentlichkeit getragen. Die Frage ist jedoch, wie der/die KonsumentIn stärker an der Transformation zu einer umweltfreundlicheren und sozial gerechteren Textilbranche sowie nachhaltigeren Konsummustern teilhaben kann und aktiv Einfluss nehmen kann.

 

Workshop-Beschreibung

In dem Workshop „Green Clothing – Von KonsumentIn zu ProsumentIn“ widmeten sich die TeilnehmerInnen dieser Herausforderung und evaluierten gemeinsam mit ExpertInnen aus Praxis und Wissenschaft Möglichkeiten, das Konsumentenverhalten in der Praxis zu transformieren. Im Rahmen eines transdisziplinären Prozesses sind richtungsweisende Branchenakteure wie Hersteller, Händler, Zertifizierungsorganisationen, Wissenschaftler, Entrepreneurs und Nichtregierungsorganisationen an einen Tisch gebracht worden, um zusammen mit den WorkshopteilnehmerInnen, welche sich in einer Doppelrolle als KonsumentInnen der Zivilbevölkerung sowie jungen AkademikerInnen befinden, Lösungsvorschläge zu diskutieren.

 

Praxispartner

  • Norbert Henzel, Dipl.-Chemiker, Fachgebiet Textilökologie, -konsumtion und -produktion, Institut Materielle Kultur, Uni Oldenburg
  • Angelika Kung, Besitzerin des öko-fairen Ladens ConSequenzen, Oldenburg
  • Gertraud Gauer-Süß, Kampagne für Saubere Kleidung, Regionalgruppe Bremen am Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz)
  • Claudia Kersten, Global Organic Textile Standard (GOTS), Marketing Direktorin und Repräsentantin in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Thomas Daniel von Tatonka
  • Tobias Redlin und Michael Sorkin von Neverhill, Label für ökologische und Faire Kleidung aus Oldenburg